
Eine thermische Stihl-Kettensäge startet nach einer präzisen mechanischen Sequenz: Kettenbremse, Kraftstoffvorbereitung, Positionierung des Choke, dann Ziehen am Starter. Jede Bewegung bereitet die nächste vor. Eine Schrittüberspringung oder eine Umkehrung der Reihenfolge führt bestenfalls zu einem misslungenen Start, im schlimmsten Fall zu einem gefährlichen Rückschlag.
Kettenbremse und Entlüftungsventil: was vor dem ersten Zug am Starter passiert
Die Kettenbremse muss vor jedem Startversuch aktiviert werden. Sie wird aktiviert, indem man den Handschutz nach vorne drückt, bis es klickt. Diese Verriegelung verhindert, dass die Kette sich dreht, falls der Motor beim Starten hochdreht.
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Als nächstes wird der Kettenschutz entfernt. Ein Start mit dem Schutz in Position verhindert die korrekte Belüftung des Schwerts und beeinträchtigt das Verhalten der Kette in den ersten Sekunden des Betriebs.
Bei Modellen mit einem Entlüftungsventil reduziert das Drücken darauf den Druck im Zylinder. Die Bewegung erfordert einen kräftigen Druck, nur einmal. Der Widerstand beim Ziehen am Starter verringert sich erheblich, was den körperlichen Aufwand und ruckartige Bewegungen minimiert.
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Die Pumpvorrichtung (transparente Blase am Gehäuse) wird dann mindestens zehnmal gedrückt. Der Kraftstoff sollte in der Blase sichtbar werden. Bei einem kalten Motor, der mehrere Tage nicht gelaufen ist, zwingt eine unzureichende Vorbereitung dazu, die Züge am Starter zu vervielfachen, was den Arm ermüdet und den Rückholmechanismus abnutzt. Zu wissen, wie man eine Stihl-Kettensäge je nach Modell korrekt startet, vermeidet diese Unsicherheiten.

Bodenstart einer Stihl-Kettensäge: Körperposition und Zugbewegung
Der Start erfolgt am Boden, niemals in der Luft. Die Kettensäge liegt flach, das Schwert ist von allen Hindernissen entfernt. Der rechte Fuß geht in den hinteren Griff, um die Maschine gegen den Boden zu drücken.
Die linke Hand greift fest den vorderen Rohrgriff. Dieser Griff verhindert, dass die Kettensäge während des Ziehens seitlich kippt.
Zugsequenz bei kaltem Motor
- Den kombinierten Steuerhebel in die Kaltstartposition (Choke geschlossen, gekennzeichnet durch ein Symbol für eine Klappe) bringen. Diese Position reichert das Luft-Kraftstoff-Gemisch an, um die niedrige Motortemperatur auszugleichen.
- Den Startergriff sanft ziehen, bis ein deutlicher Widerstand spürbar ist (Kompressionspunkt), dann kräftig und schnell ziehen, mit gestrecktem Arm. Das Handgelenk bleibt in einer Linie mit dem Unterarm, um Sehnenentzündungen zu vermeiden.
- Nach ein oder zwei Zügen hustet der Motor kurz. Dann den Hebel in die Warmstartposition (Choke geöffnet) bringen und erneut ziehen. Der Motor springt an.
- Einige Sekunden im Leerlauf laufen lassen, dann die Kettenbremse lösen, indem man den Handschutz zu sich zieht.
Bei einem bereits warmen Motor die Choke-geschlossene Phase überspringen. Das Anreichern des Gemisches bei einem warmen Motor überflutet die Zündkerzen und erschwert den Neustart.
ErgoStart- und M-Tronic-Systeme: was sich bei den neueren Modellen ändert
Die Serien Stihl MS C-BE und einige kompakte Modelle integrieren das ErgoStart-System. Eine Zwischenfeder speichert die Zugenergie und gibt sie allmählich an die Kurbelwelle ab. Die Bewegung wird langsamer, geschmeidiger und ruckfrei. Ein klassischer ruckartiger Zug ist bei diesen Versionen kontraproduktiv: Er umgeht den Akkumulationsmechanismus und verzögert den Start.
Das M-Tronic-System steuert elektronisch die Einstellung des Vergasers. Es erkennt, ob der Motor kalt oder warm ist, und passt das Gemisch automatisch an. Der Choke-Hebel entfällt bei diesen Modellen. Die Sequenz vereinfacht sich: Kettenbremse, Entlüftungsventil, Pumpvorrichtung, Zug. Keine Choke-Bedienung, kein Risiko des Überflutens.
Dieser Unterschied zwischen klassischen Modellen und Modellen mit elektronischer Steuerung ist die erste Quelle der Verwirrung. Die manuelle Vorgehensweise auf einem M-Tronic anzuwenden (eine Choke-Position zu suchen, die nicht existiert) kostet Zeit. Vor dem ersten Start die genaue Modellbezeichnung auf dem Typenschild, nahe dem Gehäuse, überprüfen.

Persönliche Schutzausrüstung für den Start einer Kettensäge
Professionelle Ausbilder im Bereich Grünflächen betonen das Tragen von PSA bereits in der Startphase, nicht nur während des Schneidens. Ein Rückschlag kann in den ersten Sekunden des Betriebs auftreten, noch bevor der Bediener mit dem Sägen begonnen hat.
- Helm mit Netzvisier und integrierten Ohrenschützern: schützt vor Motorlärm und Projektionen bereits im beschleunigten Leerlauf.
- Schnittschutzhandschuhe: Die linke Hand am vorderen Griff ist am stärksten gefährdet, falls die Kette reißt oder es beim Start zu einem Rückschlag kommt.
- Schnittschutzhose (Schutzklasse, die für die vorgesehenen Arbeiten geeignet ist): Selbst am Boden kann die Kette mit den Beinen in Kontakt kommen, wenn die Maschine rutscht.
- Sicherheitsschuhe mit rutschfester Sohle: Der Fuß im hinteren Griff muss fest sitzen, besonders auf nassem oder geneigtem Gelände.
Die PSA anlegen, bevor man die Kettensäge berührt, nicht nach dem Start. Sobald der Motor läuft, die Hände von der Maschine zu nehmen, um Handschuhe anzuziehen, birgt ein unnötiges Risiko.
Wartung vor dem Start: die Überprüfungen, die einen leeren Tank vermeiden
Vor jeder Sitzung den Stand des Kraftstofftanks und des Kettenöltanks überprüfen. Eine thermische Stihl-Kettensäge verbraucht diese beiden Flüssigkeiten parallel. Der Öltank leert sich bei den meisten Modellen etwas schneller als der Kraftstofftank.
Die Spannung der Kette überprüfen: Sie sollte um einige Millimeter unter dem Schwert gezogen werden können und dann wieder an ihren Platz zurückkehren. Eine zu lockere Kette springt beim ersten Kontakt mit dem Holz ab. Eine zu straffe Kette überhitzt und nutzt sich vorzeitig ab.
Auch den Zustand des Luftfilters überprüfen. Ein verschmutzter Filter verarmt das Gemisch, erschwert den Kaltstart und erhöht den Verbrauch. Eine schnelle Reinigung mit Druckluft oder einer Bürste vor jeder Verwendung verlängert die Lebensdauer des Motors und macht den Start zuverlässiger.
Der Schwert sollte einer visuellen Inspektion unterzogen werden: saubere Nut, keine Grate an den Schienen. Ein verformtes Schwert führt zu einem schiefen Schnitt und belastet den Motor bereits in den ersten Sekunden der Arbeit.